Otto Heimann (1880–1945). Technischer Bühnenleiter

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Der Bühnenarbeiter Otto Heimann wird am 8. Mai 1880 im schlesischen Glatz geboren. Er heiratet 1917; vermutlich handelt es sich nach späterer nationalsozialistischer Definition um eine „Mischehe“.
Erstmals ist Otto Heimann 1912 als Mitarbeiter des Neuen Theaters in Frankfurt namentlich nachweisbar. Vier Jahre später ist er als Beleuchter im Theaterzettel zu der Aufführung „Traumspiel“ nach August Strindberg genannt.
Bei der Übernahme des Neuen Theaters durch die Städtischen Bühnen am 1. August 1935 erhalten von 61 Mitarbeitern 34 die Kündigung, darunter elf wegen ihrer jüdischen Herkunft. Auch Otto Heimann verliert damals seine Stellung als technischer Bühnenleiter.
In den Jahren von 1937 bis 1939 ist er arbeitslos. Die Geheime Staatspolizei verhaftet Otto Heimann am 26. Januar 1943 in Frankfurt. Unmittelbar vorher muss er vermutlich Zwangsarbeit leisten. Am 29. März 1943 wird er in das Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz und von dort unbekannten Datums in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt, wo er laut Zeugenberichten Anfang 1945 ums Leben kommt.
Otto Heimann ist auf der Gedenktafel der Städtischen Bühnen aufgeführt.


Literatur und Quellen
  • Heike Drummer/Jutta Zwilling (Bearb.)/Jüdisches Museum Frankfurt am Main (Hg.), Datenbank Gedenkstätte Neuer Börneplatz.
  • Thomas Siedhoff, Das Neue Theater in Frankfurt am Main 1911-1935, Frankfurt am Main 1985, S. 233, 412.
  • Institut für Stadtgeschichte Magistratsakte 7975; NS-Verfolgte 2492.

Zusätzliche Stichwörter
Institutionen/Orte/Begriffe:  Städtische Bühnen;  

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