Zwangsarbeit in den Cassella-Werken

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Die Cassella-Werke gehören zu den traditionsreichen Frankfurter Unternehmen. Seit 1904 bestand eine enge „Interessengemeinschaft“, der 1916 – kriegsbedingt – weitere führende Chemieunternehmen zur so genannten „Kleinen IG“ beitraten. Darunter befand sich auch die Frankfurter Firma Chemische Fabrik Griesheim Elektron. 1925 gingen die Casella-Werke endgültig in die I.G. Farben AG auf. Aufgrund der rechtlichen Vorgaben der Alliierten Hohen Kommission (AHK) wurden die I.G. Farben 1952 entflochten und die Casella wieder selbständiges Unternehmen.
Während für die Werke in Höchst und Griesheim der Einsatz von Fremd- und Zwangsarbeitern recht gut belegt ist, fehlen für den Fechenheimer Bereich verlässliche und verwertbare Unterlagen. Überliefert sind nur die Daten der Deutschen Arbeitsfront (DAF) für die Lagerstättenzählungen aus den Jahren 1942 und 1943 und die polizeilichen Meldungen für die Ausländersuchaktion aus dem Jahr 1946. Beide Quellen weisen auf einen relativ geringen Ausländereinsatz hin. Für die gesamte Kriegszeit meldete das 7. Polizei-Revier ganze 196 Ausländer, die zudem außerhalb des Werkgeländes untergebracht waren. Die großen Ausländerlager auf Fechenheimer Gebiet wurden erst nach Kriegsende als Durchgangslager für die Transporte in die Heimat eingerichtet, die vom Gleisbereich zwischen östlich des Ostbahnhofes aus und dem Bahnhof Mainkur durchgeführt wurden.

Die Casella-Werke an der Mainkur in einer frühen Luftaufnahme. Die Hanauer Landstraße verläuft am linken Bildrand.


Zusätzliche Stichwörter
Institutionen/Orte/Begriffe:  Alliierte Hohe Kommission;  

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    Impressum © Stadt Frankfurt am Main. Text erstellt 12.07.2003, aktualisiert am: 10.04.2008